Forest Bus

„Embassy of Trees“ eröffnet ihre Botschaft in Monheim am Rhein. Der Wald kommt in die Stadt vom 7.2. – 3.5.2020 .Die Künstlerin Ellen Bornkessel bringt mit ihrem Projekt „Embassy of Trees“ den Wald in die Stadt und gibt den Bäumen eine Stimme. Auf ihren Fotoinstallationen sind Waldszenen zu sehen. Für Monheim hat sie einen „Forest Bus“ erschaffen. Sie geht in den Wald und fotografiert Bäume auf eine ganz besondere Weise. Es sind Fotografien, die das individuelle Erleben des Waldes fotografisch einfangen. Eines dieser Waldmotive umkleidet einen öffentlichen Bus kunstvoll und bildstark und bringt den Wald sprichwörtlich in die Stadt. Die Natur taucht so auf spielerische Weise in unserem Lebensraum auf.Mit „Forest Bus“ wird die alltägliche Fahrt mit dem Linienbus zum Kunstgenuss. Es entsteht ein frei zugängliches Kunstwerk, das durch seinen Erlebnischarakter Emotionen auslöst und Menschen unabhängig von Alter und Herkunft sinnlich berührt.Das Walderleben beschränkt sich jedoch nicht auf das Sichtbare. Im Innenraum duftet es behutsam wahrnehmbar nach natürlichen Walddüften. Die Fahrgäste steigen ein und werden durch den Duft an den Wald erinnert.„Forest Bus“ ist Teil des Projektes „Embassy of Trees“. Es bringt die Natur in die Stadt und gibt ihr eine Stimme. „Ich möchte etwas erschaffen, was unsere Verbundenheit mit der Natur spielerisch und leicht wiedererweckt“. Ich möchte Mut machen, sich den Herausforderungen des Klimawandels zu stellen und wieder mehr Schönheit und Natürlichkeit in unser Leben bringen“. Ellen Bornkessel, „Embassy of Trees“

Die Sehnsucht nach Natur

Der Wald ist ein Sehnsuchtsort. Die Fotoinstallation macht diese Sehnsucht sichtbar. Viele Menschen wünschen sich eine unberührte Natur. Indem sie den „Forest Bus“ benutzen, bekommen sie im Alltag die Gelegenheit sich einfach so gedanklich in den Wald zu begeben und gleichzeitig durch die Stadt zu fahren. Die Kontextverschiebung, ein fahrender Wald in der Stadt ist ein auffälliges Bild und ein Zeichen für eine Stadt, die neue Wege des Nahverkehrs geht mit autonom fahrenden Bussen und einem für die Bürger ab dem 1.4. kostenlosen Nahverkehr. Die Kunst Aktion ist in der Kombination mit dem Waldduft ein weltweites, zeitgemäßes Novum und könnte Trends setzen.

Ellen Bornkessel fotografischer Blick auf den Wald

Der Fotografin Ellen Bornkessel geht es um das Ganze. Vor allem um die Bewahrung des großen Geheimnisses der Natur, das darin besteht, das wir es nicht erkennen können, weil wir selbst Teil davon sind. Es geht nicht um die Dokumentation einer herkömmlichen Betrachtungsweise. Es ist eine individuelle Sichtweise, die dazu dient, das Geheimnis der Schöpfung mit uns als Teil zu bewahren.

So fotografiert sie die Bäume teils als Motiv, teils sind die Fotografien aber subjektiv d.h. sie beziehen den Betrachter mit ein. Es wird nicht der Baum als Objekt, sondern die Situation des „mit dem Baum sein“, das individuelle Erleben fotografisch eingefangen. Es ist eine sehr subjektive Sicht, völlig distanzlos und sinnlich mittendrin.Nie sind die Bäume von oben oder von unten, sondern mitten aus ihnen heraus fotografiert. Ellen Bornkessel fotografiert den Baum nicht als Motiv oder anschauliches Objekt, sondern das Erleben Wald aus seiner Mitte heraus. Sie fotografiert die Bäume wie Angehörige einer Gruppe deren Mitglied sie ist. Das ist das Zentrale und ungewöhnliche an den Aufnahmen, neben dem künstlerischen Blick für den fotografischen Augenblick, der Komposition, der Licht, Farbe, Bildrichtung und Form definiert. Ein Teil des Mystischen, des Magischen, was ein Wald oder Baum an sich ausmacht, wird so mittransportiert.Es wird so ein fahrender Wald erschaffen, der Verwunderung und Bezauberung auslöst. Diese Kunst im öffentlichen Raum wirft Fragen auf: „Was macht der Wald in der Stadt, wie gehen wir mit Natur um?“, „Wo ist unser Platz in der Natur?“Vor allem aber, entsteht für die Besucher ein sinnliches Erlebnis, dass durch den angenehmen, kaum wahrnehmbaren Duft noch gesteigert wird. Die Essenzen sind nachgewiesen immunstärkend und wirken antibakteriell. Das bedeutet, dass die Fahrgäste nicht nur von dem Kunsterleben profitieren, sondern auch einen konkreten Mehrwert erfahren ohne in irgendeiner Weise „überfrachtet“ zu werden.Das Kunst Klima Projekt „Forest Bus“ ist eine Fortsetzung der „Embassy of Trees“ Initiative der Kölner Fotokünstlerin Ellen Bornkessel. „Embassy of Trees“ startete 2018 mit einer 100 Meter langen Fotoinstallation vor dem Weltkulturerbe Kölner Dom und begeisterte 140.000 Menschen.

Statement und Hintergründe:

"In meinen Fotografien finden sich oft unwirkliche, verwunschene Stimmungen. Mich interessieren Parallelwelten, die neben einer gewinnorientierten durchoptimierten Gesellschaft existieren und die ihren eigenen Zauber und Kraft entfalten. Auch die Natur, die aus unserem Leben immer mehr verbannt wird, ist zur Parallelwelt geworden, obwohl wir doch Teil davon sind. Mir erscheint sie oft paradiesisch. Ein Teil dieser Kraft möchte ich mit meinen Fotos in die Welt bringen.Ich habe die „Embassy of Trees“ gegründet, weil wir ein starkes Artensterben erleben, große Klimaprobleme kommen auf uns zu. Die Welt wird immer leerer. Wir bezahlen einen hohen Preis für die materiellen Güter, die wir für die Zerstörung unseres Planeten erhalten.Die "Embassy of Trees" appelliert an uns, jetzt zu handeln. Sie möchte unsere Verbindung zur Natur sichtbar machen. Wenn die Menschen nicht zur Natur kommen, kommt sie eben auf spielerische Weise zu ihnen. „Embassy of Trees“ eröffnet ihre Botschaft mit jedem neuen Projekt und gibt der Natur eine Stimme: Was man liebt, das schützt man.“

Werk und Vita:Ellen Bornkessel ist eine international arbeitende Künstlerin und renommierte Fotografin. Mit ihrem Projekt "Embassy of Trees" bringt sie nicht nur die Natur in die Stadt, sie schafft auch neue Erfahrungsräume für die Fotografie. Ihre mobilen Fotoinstallationen schaffen neuartige Bezüge zwischen der Architektur der Stadt und der Fotografie und erschliessen so neue, frische Wege der Kunst RezeptionIn ihrem künstlerischen Schaffen sucht Bornkessel Inszenierungen, die keine sind. So auch bei dem Projekt „play“, wo sie Menschen des nachts in den Großstädten fotografierte, die abseits vom Konsum sich ihre Spielwiese Stadt zurückerobern.Sie liebt Theater, hat viel Theater fotografiert und mag Momente, in denen sich Kontexte verschieben und Parallelwelten öffnen. Mit „Embassy of Trees“ inszeniert sie die Natur im öffentlichen Raum und zwar mobil. Ihr Thema ist urbane Fotografie und es gibt Anleihen an die berühmten Fotografen Robert Adams. Sie hat eine Affinität zu den „New topographics“, Fotografien von Menschen veränderten Landschaften.. Bei „Forest Bus“ verhält es sich anders: Der Wald, den sie fotografiert hat, ist einer der wenigen Wildwälder in NRW. Er wird seit einigen Jahren und auf unbestimmte Zeit sich selbst über – und von Menschen in Ruhe gelassen wird.

www.embassy-of-trees.de und www.ellen-bornkessel.deAlle Inhalte, Texte und Bilder sind copyrightgeschützt.

Kurator: Fabian Lasarzik, Essen, Januar 2020

Text: Fabian Lasarzik und Ellen Bornkessel